Frankenpost Hof, Juni 2008
Röslau/Kirchenlamitz
"Wir sind unglaublich schnell, flexibel und schlagkräftig." Was aus dem Mund von Böhm-GmbH-Chef Peter Söll eher nach Eigenlob klingt, ist bei genauer Betrachtung des neuesten Schachzugs der Kirchenlamitzer Rohrhersteller tatsächlich eine korrekte Standortbeschreibung. Denn mit diesem Schachzug – der Übernahme der insolventen Firma Heibl Kunststofftechnik in Röslau – schafft sich die Böhm-GmbH ein perfektes zweites Standbein.
Söll will in Röslau, wie vorher in Kirchenlamitz , aus einem maroden Unternehmen eine profitable Tochterfirma machen. Söll spricht von „guten Synergien“, da auch die Kirchenlamitzer über Spritzgusskapazitäten verfügen. Söll: „Für einen Fertigungsbetrieb mit eigenen Produkten wie bei Böhm kann durch einen Lohnfertiger wie die neue Heibl-GmbH nur ein Gewinn für beide Unternehmen herauskommen.“
Bei Heibl wurden bis zur Insolvenz Kunststoff-Spritzgussteile, etwa für die Automobilindustrie oder Büroartikelhersteller produziert. Selbst für namhafte Marken wie Porsche, Audi und Mercedes ist Heibl im Geschäft. Für die ausschließlich in der Baubranche tätigen Kirchenlamitzer Rohr-Experten wächst damit die Produktpalette branchenübergreifend.
Der Hofer Unternehmer und Investor Peter Söll will „mit wohlüberlegter Strategie“ bei Heibl für Wachstum sorgen. Söll und sein Kirchenlamitzer Führungsteam setzen dabei voll auf die höchst positiven Erfahrungen der letzten Jahre bei Böhm. Mit Hilfe eben dieser starken Muttergesellschaft soll Heibl wieder auf gesunde Beine gestellt und für die Kunden erneut zum zuverlässigen Partner werden.
Gut für Röslau und die Belegschaft: Söll will bei Heibl gezielt investieren, den kompletten Standort ausbauen und so für die 27 Mitarbeiter sichere Arbeitsplätze schaffen. Dass es sich bei der Heibl-Übernahme nicht um den letzten Zukauf handelt, daraus macht Wachstumsfan Peter Söll gar keinen Hehl. Söll im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir suchen nach weiteren Standbeinen. Wir wollen nicht nur immer größer, sondern auch breiter werden.“ Mit dem Kauf von Heibl und der Drei-Millionen-Euro-Investition in Kirchenlamitz für eine neue Produktionshalle folgt Söll einer Art innerer Überzeugung. Der Unternehmer will zeigen, dass es auch für kleine Betriebe höchst sinnvoll ist, am schwierigen Wirtschaftsstandort Hochfranken festzuhalten.












